Versteckter Virtuose

Wenn es um Einsatzgebiete für Antriebsriemen geht, gilt der erste Gedanke wohl kaum historischer Musik. Doch hoch über der Stadt Salzburg auf der Festung Hohensalzburg führt ein einzigartiger Habasit Riemen eine melodische Tradition fort, die bis ins 16. JH. zurückreicht.

Der Salzburger Stier ist das älteste noch in Betrieb befindliche Hornwerk der Welt und wurde bereits 1502 installiert. Im Jahr 2001 genehmigte die österreichische Regierung eine intensive Restaurierung der Orgel, in deren Zuge auch ein Habasit Antriebsriemen als zuverlässiges und langlebiges Element eingebaut wurde.

Das Instrument besteht aus einer Holzwalze in deren Oberfläche eine Reihe von Stiften und Brücken eingeschlagen sind. Bei Drehung der Walze schleifen die Stifte bzw. Brücken über kleine Hebel, die die Pfeifenventile öffnen und damit kurze oder lange Töne auslösen. Die Orgel spielt täglich um 7 Uhr, 11 Uhr und 18 Uhr, wobei nach jedem Lied ein eindringliches Dröhnen folgt – das „Brüllen“ des Stiers. Diese tierische Assoziation war Teil der ursprünglichen Absicht hinter der Orgel.

Die Geschichte des bemalten Stiers

Einige Fakten zur sagenumwobenen Geschichte des Salzburger Stiers sind gesichert. Die Heimat des Stiers, die Festung Hohensalzburg, wurde 1077 als Symbol der Macht der katholischen Kirche über die Region erbaut. Während der Bauernaufstände wurde die Festung im Jahre 1525 von Bauern und Bergknappen belagert. Was dabei im Inneren der Festung geschah ist nicht klar überliefert. Der Legende nach gingen die Lebensmittelvorräte der eingeschlossenen Menschen zur Neige. Sie hatten einen letzten Stier, um zu überleben. Anstatt ihn zu essen, malten sie ihn zwei- bis dreimal am Tag in einer anderen Farbe an und führten ihn entlang der höchsten Mauer der Festung, um die Illusion eines endlosen Nahrungsvorrats zu erzeugen. Anscheinend funktionierte der Trick und die Bauern gaben schließlich auf und zogen ab.

Der weniger farbenfrohe, aber vielleicht präzisere Hintergrund des Stiers erzählt die Geschichte von Salzburg, einer verschwenderischen Stadt, die sich weit von der Autorität der katholischen Kirche entfernt hatte. 1495 wurde Erzbischof Leonhard von Keutschach vom Papst beauftragt, die religiöse Ordnung wiederherzustellen. Daraufhin ließ er die Orgel um 4 Uhr und 19 Uhr als Aufruf zum Gebet ertönen. Es ist nicht klar, welche Musik ursprünglich von der Orgel gespielt wurde. Aber nach einer Renovierung im Jahr 1753 wurden zwölf kurze Lieder (eines für jeden Monat) gespielt, die von Johann Ernst Eberlin und Leopold Mozart komponiert wurden – Melodien, die schon Wolfgang Amadeus Mozart in seiner Kindheit in Salzburg hörte.

Der Stier brüllt weiter

Das Brüllen des Stiers ist geblieben, heute wird es allerdings häufig vom Treiben der darunterliegenden Stadt übertönt. Aber nach mehr als 500 Jahren dreht sich die mechanische Orgel immer noch und mit der Haltbarkeit eines Habasit Riemens ausgestattet, wird sie noch lange nicht verstummen. (ST)

Schauen Sie sich die Videos an, um den Habasit Antriebsriemen in Aktion zu sehen, oder planen Sie einen Ausflug ins schöne Salzburg um das Brüllen des Salzburger Stiers selbst zu hören.

www.youtube.com/watch?v=psu6nH2m9js

www.youtube.com/watch?v=qZKzPj8Xk_8

Sonja Strimitzer Marketing

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